Wolfsnews

Pressemitteilung vom 01.09.2015
Bekämpfung der inakzeptablen Abschussbewilligung am Augstbord
Der Kanton Wallis gibt einen Wolf im Gebiet Augstbord-Turtmanntal zum Abschuss frei. Das ist für die GWS klar rechtswidrig und damit nicht akzeptabel. Während sie für die Abschussbewilligung eines Wolfes in Uri Verständnis zeigte und diejenige im Val d’Anniviers zwar kritisierte, aber nicht weiter intervenierte, wird sie diese Abschussbewilligung nicht hinnehmen. Die Kriterien für eine Abschussbewilligung sind eindeutig nicht erfüllt.

Die Rechtswidrigkeit ergibt sich aus zwei Gründen: Erstens wurden für die Abschussbewilligung zahlreiche gerissene Nutztiere gezählt, die nicht geschützt waren, zweitens ist im Gebiet seit einem Jahr ein Wolfspaar nachgewiesen, das möglicherweise Junge hat. Gemäss den Vorgaben für Abschussbewilligungen in der Jagdverordnung, dürfen aber in langjährigen Wolfsgebieten nur Risse an ausreichend geschützten Nutztierherden für Abschussbewilligungen gezählt werden, zudem sind Einzelabschüsse in Rudelgebieten nicht erlaubt. Dort käme einzig ein Regulierungseingriff in Frage, bei dem aber nur Jungtiere erlegt werden dürfen und der der Zustimmung des BAFU unterliegt.

Ein Wolfsabschuss nur zehn Tage vor dem Ende der Alpzeit in einem Gebiet, wo möglicherweise Jungtiere geboren wurden, ist unverständlich. Die zeitliche und örtliche Abfolge der Schäden legen zudem nahe, dass nicht einer, sondern mehrere Wölfe für diese verantwortlich sind. Der Verdacht liegt daher auf der Hand, dass für die Erteilung einer Abschussbewilligung die Schäden von mehreren Wölfen zusammengezählt wurden.

Stossend ist ferner, dass für die Abschussbewilligung die zahlreichen Risse auf der Moosalp ausschlaggebend waren. Auf dieser wurde im Sommer kein angemessener Herdenschutz betrieben. Weder die Behirtung tagsüber, noch die Führung der Herde in teilweise offenen Koppeln – beides wichtige Massnahmen zur Herdenführung, die die GWS explizit würdigt -, stellen einen Herdenschutz dar. Bei der Zäunung der Koppel (elektrifizierter 3-facher Litzenzaun) handelt es sich zudem auch nicht um einen Schutzzaun. Diese Zäune werden problemlos von allerlei Wildtieren überwunden und auch von den Schafen selbst regelmässig passiert. Dass sie einen Wolf nicht abhalten, ist hinreichend bekannt. Erst Mitte August wurden die Bemühungen derart intensiviert, dass aktuell zumindest von einem Teilschutz der Herde gesprochen werden kann. Seither wurde folglich auch nur noch ein einziges Schaf gerissen. Die Entscheidung der Walliser Behörden, die bis Mitte August 25 auf der Moosalp gerissenen Schafe als angemessen geschützt zu betrachten, ist für die GWS deshalb eindeutig rechtswidrig. Dieser Entscheid stellt zudem einen heftigen Schlag ins Gesicht all derjenigen Alpbewirtschafter dar, die ihre Herden mit den gängigen Massnahmen tatsächlich schützen.

Aus genannten Gründen lehnt die GWS die Abschussbewilligung für einen Wolf im Gebiet Augstbord-Turtmanntal entschieden ab und wird diese nach Kräften bekämpfen.


Auskünfte:
David Gerke, Präsident Gruppe Wolf Schweiz
Tel. 079 305 46 57, david.gerke@gruppe-wolf.ch


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