Wolfsnews

News vom 22.03.2017
Stellungnahme zur Abschussbewilligung für einen Wolf in Graubünden und Tessin
Die Kantone Graubünden und Tessin haben eine Abschussbewilligung für den neu zugewanderten männlichen Wolf M75 erteilt. Dieser hatte im Januar und Februar 2017 in der Leventina, im Misox und im Bergell innert weniger als 20 Tagen rund 44 Schafe gerissen. Davon können gemäss den Angaben der Kantone 32 gerissene Schafe als geschützt gemäss den Herdenschutzrichtlinien des Bundes gelten. Die Kriterien für eine Abschussbewilligung für einen schadenstiftenden Einzelwolf gemäss eidgenössischer Jagdverordnung sind damit grundsätzlich erfüllt.

Die GWS stellt sich nicht grundsätzlich gegen den Abschuss von schadenstiftenden Einzelwölfen, die gelernt haben, Herdenschutzmassnahmen zu umgehen. Ob die Abschussbewilligung in diesem Fall rechtmässig ist und die Herdenschutzmassnahmen korrekt ergriffen wurden, wird die GWS anhand ihrer eigenen Erhebungen im Feld prüfen. Sie wird sich weiter für eine konsequente Umsetzung des Herdenschutzes einsetzen. Denn Fakt ist, dass auch der Wolf M75 mehrfach ungeschützte Herden angreifen konnte, womit seine Spezialisierung auf Nutztiere begünstigt wurde.

Der vorliegende Fall zeigt überdies, dass es keinerlei Bedarf gibt, die Abschusskriterien für Wölfe weiter zu lockern, wie dies gewisse Kantone fordern. Der Fall zeigt, dass Wölfe, die tatsächlich schadenstiftend sind oder gar in Ställe eindringen, bereits heute rasch und unbürokratisch von den Kantonen zum Abschuss freigegeben werden können. Die heutige Rechtslage schützt schadenstiftende Wölfe nicht vor deren Abschuss.

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