Wolfsnews

News vom 14.09.2017
Wolf in Zimmerwald/BE: Das Verhalten von Wölfen gegenüber Menschen
In Zimmerwald nahe der Stadt Bern wurde am 13. September ein Wolf durch die kantonale Wildhut gesehen. Da dies Tier keine Scheu, aber auch keine Aggression zeigte, hat die Wildhut einen Warnschuss abgegeben und das Tier so vertrieben.

Ob Wölfe gegenüber Menschen scheu reagieren und sich umgehend zurückziehen bzw. gar nicht erst sehen lassen, hängt von der Situation ab. Einerseits ist dies davon abhängig, um welches Tier es sich handelt und was dieses bereits für Erfahrungen mit Menschen gesammelt hat. Andererseits ist die Situation vor Ort mit entscheidend. Da es in der Umgebung von Zimmerwald keine territorialen Wolfsvorkommen gibt und sich zu dieser Jahreszeit Jährlingswölfe auf Wanderschaft befinden, kann davon ausgegangen werden, dass es sich beim gesichteten Wolf um ein wanderndes Jungtier handelt. Jungwölfe sind oft neugieriger und unvorsichtiger gegenüber Menschen als Altwölfe, da sie weniger oder noch keine negativen Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Das Verhalten des gesichteten Tieres entspricht also dem normalen Verhalten solcher Jungwölfe. Eine Gefahr für Menschen geht von solchen Tieren nicht aus.

Mit der Abgabe eines Warnschusses hat die Wildhut richtig reagiert. Jungwölfe können nur durch negative Erfahrungen lernen, Distanz gegenüber Menschen zu halten. Weder Nichtstun, noch Abschüsse ermöglichen diesen Wölfen den gewünschten Lerneffekt. Die Abgabe eines Warnschusses durch die fachkundige Wildhut hingegen wird dem Wolf ein negatives Erlebnis in Menschennähe zugefügt haben. Die Abgabe von Warnschüssen ist eine geeignete Methode zur Vergrämung von Wölfen, darf jedoch nur von dazu befugten Personen durchgeführt werden.

Eine Gefahr für Menschen geht nur von Wölfen aus, die entweder an der Tollwut erkrankt sind (diese Krankheit ist in der Schweiz ausgerottet), die keinerlei natürliche Beute mehr haben (die Wildbestände in der Schweiz verhindern diese Situation vollständig) oder die zuvor aktiv und wiederholt durch Menschen gefüttert wurden. Letzteres kann verhindert werden, in dem Wölfe weder aktiv noch passiv gefüttert werden und in dem mögliche Nahrungsquellen in Siedlungsnähe eliminiert werden. Es gibt keine Indizien für die Präsenz von angefütterten Wölfen in der Schweiz. Deshalb geht von den Wölfen in der Schweiz für Menschen keinerlei Gefahr aus.

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