Wolfsnews

News vom 06.04.2018
Regelung des Abschusses von kranken oder verletzten Wölfen
Am 4. April 2018 wurde bei Bad Ragaz im Kanton St. Gallen von der kantonalen Wildhut ein Wolf erlegt. Das Tier war am Vorderlauf verletzt und hielt sich schon seit einigen Monaten in der Region auf, wo es auch mehrfach gesehen und gemeldet wurde. Auch die Gruppe Wolf Schweiz hatte entsprechende Meldungen erhalten.

Das "Konzept Wolf Schweiz" erlaubt den Kantonen den Abschuss von kranken und verletzten Wölfen jederzeit und ohne Bewilligungsverfahren wie beim Abschuss von schadenstiftenden Einzelwölfen oder der Regulierung von Wolfsrudeln.

  • Gemäss Artikel 4.6 des ''Konzept Wolf Schweiz'' (Managementplan) können Wölfe, die offensichtlich verletzt oder krank sind, durch die kantonale Wildhut abgeschossen werden.
  • Diese Regelung stützt sich auf den Artikel 8 des eidgenössischen Jagdgesetzes, welches diese Möglichkeit ausdrücklich vorsieht. Dort steht allgemein formuliert und gültig sowohl für jagdbare, als auch für geschützte Arten: Wildhüter, Jagdaufseher und Revierpächter sind berechtigt, verletzte und kranke Tiere auch ausserhalb der Jagdzeit zu erlegen. Solche Abschüsse sind der kantonalen Jagdbehörde unverzüglich zu melden.

  • Gegenüber den Möglichkeiten des Jagdgesetzes wurde die Praxis zur Erlegung kranker und verletzter Wölfe im ''Konzept Wolf Schweiz'' also verschärft. Solche Wölfe dürfen ausschliesslich durch die kantonale (staatliche) Wildhut erlöst werden, nicht durch beliebige Jäger. Damit ist eine Umsetzung der Regelung gewährleistet, die den Wolf nicht gefährdet. In den mittlerweile 23 Jahren seit der Rückkehr des Wolfes in die Schweiz war dies der erste derartige Abschuss eines kranken oder verletzten Wolfes, was einerseits zeigt, dass unsere Wölfe vital und gesund sind und dass andererseits die Kantone mit dieser Möglichkeit zur Erlösung von Wölfen ohne vorheriges Bewilligungsverfahren verantwortungsbewusst umgehen.

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