Wolfsnews

News vom 09.07.2018
Zur aktuellen Wolfs- und Risssituation in den Walliser Südtälern
Seit dem Frühling kommt es in den Walliser Südtälern zwischen Vispertal und Val d'Hérens wiederholt zu Angriffen von Wölfen auf meist ungeschützte Schafherden. Von den rund einem Dutzend bekannten Angriffen fand nach Einschätzung der Gruppe Wolf Schweiz nur einer auf eine gemäss Herdenschutzrichtlinie geschützte Herde statt. Obwohl in diesen Südtälern vor mittlerweile 19 Jahren die ersten Wolfsnachweise erbracht werden konnten, sömmern offenkundig immer noch zahlreiche Schafe ohne jeden Herdenschutz. In den vergangenen Tagen war eine grössere Rissserie auf der Alp Sangline im Val d'Anniviers zu verzeichnen. Die Tiere wurden zwar von einem Hirt beaufsichtigt, jedoch nicht durch anerkannt wolfsabweisende Zäune oder Herdenschutzhunde geschützt. Gemäss der Herdenschutzrichtlinie des Bundes stellt die Behirtung alleine keine Herdenschutzmassnahme dar. Einzig wolfsabweisende Zäune und Herdenschutzhunde sind als Herdenschutz erkannt. Für die Alp Sangline werden gemäss der Walliser Schafalpplanung von 2014 Massnahmen zum Herdenschutz empfohlen und als machbar erachtet. Die Alp gilt damit nach Anpassung der Bewirtschaftung als schützbar. Aufgrund des jedoch fehlenden Herdenschutzes ist für die Gruppe Wolf Schweiz klar, dass die jüngsten Risse nicht für eine Bewilligung zur Rudelregulierung gezählt werden können. Aufgrund der nachgewiesenen Präsenz zweier Wolfsrudel in den Walliser Südtälern (davon eines ohne Reproduktion 2017) sind zudem Einzeltierabschussbewilligungen nicht möglich.

Aufgrund der aktuellen räumlichen Verteilung der Wolfsnachweise, des Raumnutzungsverhaltens der bekannten Wölfe und weiterer Hinweise kann davon ausgegangen werden, dass es dieses Jahr in den Walliser Südtälern zwei bis drei Reproduktionen von Wölfen gibt.
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