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News vom 03.07.2019
Walliser Braunbär ist nach Italien abgewandert
Der Braunbär, der sich seit 2016 in der zentralen und westlichen Schweiz aufgehalten hat, ist nach Italien abgewandert. Es handelt sich dabei um das Individuum M29. Er wurde in der Schweiz erstmals 2016 in den Kantonen Graubünden und Schwyz festgestellt und hielt sich in der Folge längere Zeit im Kanton Uri und in angrenzenden Regionen auf. 2017 wurde er erstmals im Berner Oberland nachgewiesen, 2018 erstmals im Wallis. Auch dieses Jahr gab es aus beiden Kantonen Nachweise, zuletzt im Binntal und dem Aletschgebiet.

Nun hat das Tier die Schweiz in Richtung Italien verlassen. Es wurde in der vergangenen Woche im Raum Domodossola nachgewiesen, wo er von den Behörden bestätigt werden konnte. Dies ist der erste sichere Nachweis eines Braunbären in der italienischen Provinz Piemont seit über 100 Jahren. Populationen von Braunbären gibt es in den Alpen einzig in der Automomen Region Trentino, woher die gelegentlich in die Schweiz einwandernden Bären und somit auch M29 stammen, sowie im Grenzgebiet von Italien, Österreich und Slowenien.

Der Bär M29 wurde 2013 im Trentino geboren, wo er sich bis Anfang 2016 aufgehalten hat. Dann verschob er sich in einer schnellen Wanderung zuerst westwärts in die Lombardei, bevor er über den Splügenpass den Kanton Graubünden erreichte und weiter in die Zentralschweiz wanderte. Männliche Bären werden meist im 5. Lebensjahr geschlechtsreif. Mehrere junge männliche Bären, die sich zeitweise in der Schweiz aufhielten, sind in diesem Alter wieder in ihre Stammpopulation im Trentino zurückgekehrt, weil sie nur dort Weibchen finden. Eine solche Rückkehr ist auch bei M29 denkbar, der sich mittlerweile im 7. Lebensjahr befindet. Jedoch können Bären auch bis ins hohe Alter alleine ausserhalb ihrer Population leben.

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