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News vom 05.12.2019
Luchs im Wallis regional ausgerottet
Die Luchsbestände in der Schweiz werden hauptsächlich durch ein intensives Fotofallenmonitoring durch das KORA in Zusammenarbeit mit den Kantonen erhoben. Diese Erhebungen geschehen in so genannten Referenzgebieten. Diese Referenzgebiete verteilen sich auf die verschiedenen Teile der Schweiz, in denen Luchse vorkommen, hauptsächlich in den zentralen und nördlichen Alpen sowie im Jura. Erstmals überhaupt wurde im vergangenen Winter im Wallis südlich der Rhone ein solches intensives Fotofallenmonitoring durch das KORA durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Luchs in diesem Gebiet funktional ausgestorben ist, allenfalls einzelne durchziehende Tiere sind dort noch präsent.

Seit bald 50 Jahren gibt es wieder Luchse in der Schweiz. Bereits in der Anfangsphase der durch Aussetzungen erfolgten Rückkehr, wurden erste Luchse im Mittel- und Unterwallis festgestellt. Es baute sich nicht überraschend ein Bestand auf, denn das Habitat ist nach allen gängigen Modellen im Wallis sehr günstig und die Beute in Form von Rehen und Gämsen reichlich verfügbar. Das fortlaufende Verschwinden des Luchses ist somit kaum auf natürliche Prozesse zurückzuführen. Verschiedene bekannte Fälle von Wilderei existieren und lassen sich nicht bestreiten. Bereits frühere Felddaten und Einschätzungen von Wissenschaftlern der Universität Bern lassen kaum einen Zweifel daran, dass das Verschwinden des Luchses auf Wilderei zurückzuführen ist.


  • > KORA-Bericht: Monitoring déterministe du lynx avec es pièges-photos dans le Sud du Bas-Valais IVd durant l'hiver 2018/19

  • > Universität Bern: Ungewöhnlich tiefe Bestandsdichte des Luchses im Wallis


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