Wolfsnews

News vom 03.09.2013
Gommer Wolf abgeschossen
Mit grossem Bedauern nimmt die Gruppe Wolf Schweiz GWS zur Kenntnis, dass Berufswildhüter gestern Abend im Obergoms im Kanton Wallis einen Wolf erschossen haben. Der Wolf wird zur genaueren wissenschaftlichen Untersuchung dem Tierspital Bern übergeben.

Dem Gommer Wolf werden im Zeitraum vom 21. Juli bis 24. August Risse von 39 Schafen angelastet. Da die Schafe ungeschützt waren, hält die GWS den Abschuss des Wolfes für ungerechtfertigt und verurteilt den Entscheid scharf. Das Argument der Gommer Bauern, die Alpen seien nicht oder nur teilweise schützbar, hält die GWS für politisch motiviert. Zum einen lassen sich die meisten Alpen mit bewährten Herdenschutzmassnahmen sehr wohl schützen. Zum andern ist die GWS der Meinung, dass auf tatsächlich nicht schützbare Alpen im Wolfsgebiet keine Schafe gesömmert werden dürfen.

Der Abschuss des Wolfes wird den Gommern langfristig nichts bringen, denn nachweislich sind in dem Gebiet mehrere Wölfe unterwegs. Zudem ist mit neuen Zuwanderungen aus dem Graubünden, aus Italien und Frankreich zu rechnen. Insofern wird es zu weiteren Schäden an Nutztieren kommen. Auch die Umweltverbände Pro Natura und WWF kritisierten die Freigabe zum Abschuss scharf. Der WWF fordert den Kanton Wallis auf, den Bauern zu helfen, geeignete Herdenschutzmassnahmen zu ergreifen. Dies wird allerdings nichts nützen, solange sich die Gommer Schafhalter weigern, ihre eigenen Tiere zu schützen.
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