Wolfsnews

News vom 13.04.2016
Gerissene Nutztiere im Augstbordgebiet: Fehlender Herdenschutz
Seit Anfang April wurden im Augstbordgebiet mehrere Nutztiere gerissen, vermutlich von Wölfen. Vor 16 Jahren wurde hier erstmals ein Wolf nachgewiesen, seit inzwischen sieben Jahren lebend andauernd Wölfe im Gebiet. Mittlerweile elf Individuen konnten in all den Jahren festgestellt werden, davon neun auch genetisch. Aktuell lebt mindestens ein Wolfspaar im Gebiet. Umso stossender ist die Tatsache, dass nach wie vor in allen Dörfern des Augstbordgebietes vollständig ungeschützte Schafe auf den Frühlingsweiden weiden. Risse werden damit in fahrlässiger Art und Weise in Kauf genommen, gar provoziert.

Es gilt in aller Deutlichkeit festzuhalten, dass sämtliche in diesem Frühjahr gerissenen Schafe ungeschützt waren. Die Herden wurden weder von Schutztieren begleitet, noch kamen Schutzzäune nach den Vorgaben der Herdenschutzfachstelle der Agridea zum Einsatz. Es ist in Anbetracht dieser Tatsache absurd, von aufgezwungenem Herdenschutz zu sprechen, da ein solcher auf den jüngst betroffenen Weiden nicht vorhanden war. Schafe in Wolfsgebieten ohne Herdenschutzmassnahmen weiden zu lassen, ist fahrlässig.

Die aktuellen Risse rechtfertigen keine Wolfsabschüsse, weder durch die Behörden, noch durch Private. Erstere entsprächen nicht dem Wolfskonzept, letztere wären trotz anders lautenden Voten eindeutig illegal und damit strafbar. Zur Abwehr von Wolfsangriffen auf Nutztiere liegt kein rechtfertigender Notstand vor.


Zur Wolfs- und Schafssituation in der Region Augstbord (Stand: 13. April 2016)

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