Wölfe in Gefangenschaft

Wölfe in Gehegen

Der Wolf besitzt als Wildtier eine sehr hohe Mobilität. Selbst standorttreue Wölfe mit einem festen Revier wandern pro Nacht im Normalfall über zehn Kilometer, um von den ruhigen Tageseinständen zu den Jagd- und Frassplätzen zu gelangen. Wölfe, die das Erwachsenenalter erreichen, versuchen oft ein Rudel zu gründen um sich fortpflanzen zu können. Wolfsrudel umfassen gewöhnlich mindestens ein Wolfspaar sowie dessen Jungtiere einer oder mehrerer Generationen. Immer wieder müssen überzählige Jungtiere das Rudel verlassen.

Diese und andere Verhaltensweisen machen die Haltung von Wölfen in Gefangenschaft sehr anspruchsvoll. Grosse Gehege, in denen Wölfe ihrem Bewegungsdrang nachgehen und Artgenossen bei Bedarf ausweichen können, sind deshalb notwendig. Da die Tiere in Gefangenschaft ihren Jagdtrieben nicht nachgehen können, sind weitergehende Beschäftigungsmöglichkeiten wichtig, u.a. Scharr- und Grabmöglichkeiten sowie eine abwechslungsreiche Zugabe des Futters.

In Gehegen ist es entgegen der freien Wildbahn nicht möglich, dass Jungwölfe das Rudel verlassen und abwandern. Dies kann zu starken sozialen Spannungen innerhalb des Rudels führen. Folge sind vermehrte Aggression und Kämpfe, bis hin zur Tötung der schwächeren Tiere. Auch aus Schweizer Wolfshaltungen sind verschiedene Vorfälle bekannt, bei denen sich Wölfe gegenseitig verletzt oder gar getötet haben. Bei frei lebenden Wölfen kommt dies dagegen nur sehr selten vor.

Ein aktives Management der Wolfsbestände in Gehegen ist also notwendig. Die Rudel müssen gut beobachtet werden und bei entsprechenden Anzeichen muss ein Eingriff möglich sein. Dies wird erleichtert, wenn Wölfe bereits als Jungtiere mit dem Menschen sozialisiert werden. Ausgestossene oder gefährdete Wölfe müssen aus den Gehegen entfernt werden und umplatziert oder getötet werden. Die Tötung von überzähligen Tieren ist in der Haltung im Rahmen von Zoos oder Tierparks, die Verpaarungen zulassen, unumgänglich.

Wölfe als Haustiere

Aus den genannten Argumenten erschliesst sich, weshalb sich Wölfe generell nicht für die Haltung als Haustiere eignen. Einerseits wäre dies für das Tier mit grossen Leiden verbunden, da es seinen natürlichen Trieben nicht einmal im Ansatz nachgehen könnte. Andererseits werden Wölfe auch dem Halter keine Freude bereiten, da sie nicht stubenrein werden, keinen Gehorsam entwickeln und auf fremde Personen ausgesprochen ängstlich reagieren. Dasselbe gilt mit gewissen Einschränkungen auch für Kreuzungen aus Wölfen und Hunden. Die Haltung von Wölfen und deren Kreuzungen als Haustiere ist aus diesen Gründen folglich auch gesetzlich verboten.
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