Das Wolfsrudel im Augstbordgebiet

Aktuelle Fakten zur Wolfspräsenz (Stand: 02. Oktober 2017)

  • Im Augstbordgebiet haben sich die ansässigen Wölfe im Jahr 2016 erstmals erfolgreich fortgepflanzt. Somit lebt ein Wolfsrudel im Gebiet. Fotografisch und genetisch bestätigt sind vier Welpen, drei Fähen und ein Rüde (F22, F23, F24, M72). Die Fähe F22 wurde Ende Dezember im Rahmen eines Regulationsabschusses erlegt. 2017 konnte mit dem Weibchen F28 ein neu zugewanderter Wolf im Streifgebiet des Rudels nachgewiesen werden.
  • Im Augstbordgebiet hielten sich bereits zur Ranzzeit im Februar und März 2016 drei bis vier verschiedene Wölfe auf, zwei Weibchen und ein bis zwei Männchen. Drei dieser Tiere wurden genetisch erfasst (F14, F16, M59). Da zur Ranzzeit die beiden Tiere F14 und M59 zusammen unterwegs waren, ist davon auszugehen, dass diese die Elterntiere des Wurfes 2016 sind. Die genetischen Resultate bestätigen dies. Das Weibchen F16 wurde im Februar 2017 im Val d'Anniviers illegal erschossen. Sie bildete zu diesem Zeitpunkt ein Paar mit dem neu eingewanderten Rüden M73.
  • Durch die Präsenz von mehreren adulten Wölfen beiderlei Geschlechtes sprachen schon vor dem Reproduktionsnachweis von Ende August 2016 sämtliche Indizien dafür, dass 2016 eine Fortpflanzung stattgefunden hat.
  • Anfang März 2017 konnte in der Fährte eines Wolfspaares im Augstbordgebiet Läufigkeitsblut nachgewiesen werden. Dies und die Präsenz von adulten Wölfen und Jährlingen im Umfeld der Wurfhöhle im Frühling und Frühsommer 2017 weisen sehr stark auf eine erneute Reproduktion im Augstbordrudel hin. Ein Nachweis für eine erneute Reproduktion steht aber noch aus.
  • Aufgrund der starken Verbesserungen im Herdenschutz gab es bisher 2017 erst einen einzigen erfolgreichen Wolfsangriff im Streifgebiet des Augstbordrudels. Dies obwohl im Frühling und Sommer Wölfe nachweislich in den selben Zonen anwesend waren, wo auch Kleinvieh (Schafe und Ziegen) weidete. Für den erfolgreichen Angriff war das neu nachgewiesene Weibchen F28 verantwortlich, das nicht aus dem Rudel stammt. Im Gegensatz zum Vorjahr, als bereits auf den Frühlingsweiden mehrere Dutzend mehrheitlich ungeschützte Nutztiere von den Wölfen gerissen wurden, werden dieses Jahr deutlich bessere Zäune und vermehrt auch Herdenschutzhunde eingesetzt. Keinen Zusammenhang dürfte das Ausbleiben von Rissen hingegen mit dem Regulierungsabschuss vom Dezember 2016 haben, da dieser weder in der Nähe von Nutztieren, noch in unmittelbarer Siedlungsnähe erfolgt ist.

Fotografischer Nachweis des Rudels durch die Gruppe Wolf Schweiz

Im Rahmen der Präsenz im Ausgtbordgebiet gelangten der Gruppe Wolf Schweiz im Herbst 2016 verschiedene fotografische Aufnahmen des Rudels, sowohl mit Fotofallen als auch bei Direktbeobachtungen. Die Bilder stehen nachfolgend für die mediale Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung zum Rudel zur Verfügung. Bedingung ist die Angabe der Quelle ("Gruppe Wolf Schweiz").

Richtigstellungen zu den Tätigkeiten der Gruppe Wolf Schweiz

Wie in anderen Regionen der Schweiz mit Wölfen, beobachtet die Gruppe Wolf Schweiz auch im Augstbordgebiet die Situation in Bezug auf die Wolfspräsenz und den Herdenschutz. Wo notwendig, will sie sich zur Konfliktlösung konstruktiv einbringen. Das Engagement ist geprägt von der Überzeugung, dass auch im Augstbordgebiet ein Zusammenleben mit dem Wolf möglich ist und dass Schäden (Risse) an Nutztieren vermeidbar sind, ohne Wölfe zu töten.

Vor Ort und teilweise auch in den Medien werden verschiedene Gerüchte betreffend der Präsenz und den Tätigkeiten der Gruppe Wolf Schweiz gestreut. Vieles ist frei erfunden, manches grenzt an Verleumdung. Die Fakten sind:
  • Die Gruppe Wolf Schweiz bewacht keine Wölfe. Sie lassen sich aufgrund ihres Raumnutzungsverhaltens schlicht nicht bewachen. Wäre eine Bewachung möglich, würde eine solche vielleicht sogar ins Auge gefasst - aber in der Realität ist das nicht umsetzbar. Entsprechende Gerüchte sind erfunden.
  • Die Gruppe Wolf Schweiz bewacht keine Wurfhöhlen der Wölfe. Eine Bewachung wäre kontraproduktiv. Wurfhöhlen sind hoch sensible Bereiche, an denen Wölfe keine Störungen dulden. In den deren Nähe zu campieren oder sich sonst länger dort aufzuhalten, würde den Wölfe daher eher schaden als helfen - was definitiv nicht im Sinne der Gruppe Wolf Schweiz wäre.
  • Die Gruppe Wolf Schweiz bezahlt keine Schweigegelder für gerissene Nutztiere. Sie ist vielmehr daran interessiert, dass alle Risse an die Öffentlichkeit kommen. Schliesslich war der Herdenschutz in den allermeisten Fällen der Schäden mangelhaft oder gar nicht vorhanden. Von Schweigegeldern träumen wohl eher einige der geschädigten Halter.
  • Die Gruppe Wolf Schweiz schliesst auch sonst keine irgendwie gearteten Verträge ab. Fakt ist, dass kein einziger Vertrag mit natürlichen oder juristischen Personen im Augstbordgebiet läuft und auch zu keinem Zeitpunkt entsprechende Verträge angeboten wurden.
  • Die Gruppe Wolf Schweiz hat den Kontakt mit verschiedenen Nutztierhaltern gesucht, um ihnen bei der Umsetzung des Herdenschutzes behilflich zu sein. Es wurde eine finanzielle Unterstützung und eine personelle Mithilfe beim Zaunbau angeboten. Dabei wurde stets auf die Möglichkeiten und Angebote des öffentlichen Herdenschutzprogrammes hingewiesen und die entsprechenden Informationsunterlagen und Formulare (Anträge Zaununterstützung etc.) abgegeben. Die Gruppe Wolf Schweiz hat angeboten, für die Restkosten aufzukommen, die nicht über Beiträge der öffentlichen Hand gedeckt sind. Auch für diese Unterstützung wurden nie Verträge unterzeichnet oder solche verlangt. Die Gewährung solcher Herdenschutzhilfen durch die Gruppe Wolf Schweiz erfolgt einzig durch Vorweisen von Quittungen und Abrechnungen für das Material. Die Halter, die von dem Angebot Gebrauch machen, verpflichten sich weder zum Schweigen, noch zu sonst etwas. Sie werden einzig dazu angehalten, das Material ordnungsgemäss für den Zweck des Herdenschutzes einzusetzen.
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