Das Wolfsrudel am Calanda

Aktuelle Fakten zur Wolfspräsenz (Stand: 06. Oktober 2019)

  • Am Calanda bildete sich 2011 ein gegengeschlechtliches Wolfspaar bestehend aus M30 und F7, welches sich 2012 erstmals fortpflanzte. Damit entstand das erste Wolfsrudel der Schweiz seit rund 150 Jahren.
  • Das Rudel nutzt seither ein Streifgebiet rund um den Calanda, welches auch das Taminatal umfasst und im Westen zeitweise bis etwa nach Flims reicht. Das Rudel durchstreift somit Gebiete der beiden Kantone Graubünden und St. Gallen.
  • Das Paar pflanzte sich in den Jahren 2012 bis 2018 jährlich fort. 2018 wurden mindestens fünf Welpen geboren. Das Gründerpaar M30 und F7 war 2018 nachweislich noch immer anwesend. Seit Ende 2018 gibt es von F7 keine genetischen Nachweise und bekannte Sichtbeobachtungen mehr. Das Tier ist vermutlich altershalber gestorben. M30 wurde jedoch 2019 mehrfach genetisch nachgewiesen. Obwohl am Calanda auch 2019 mehrere Wölfe anwesend sein, dürfte es aufgrund des Ausfalles der Leitwölfin F7 in diesem Jahr keine Reproduktion gegeben haben.
  • Die beiden Elternwölfe M30 und F7 wurden 2010 oder früher geboren, haben also schon jetzt ein für wildlebende Wölfe überdurchschnittliches Alter erreicht. Über zehnjährige Wölfe in freier Wildbahn stellen eine grosse Ausnahme dar. Die Ablösung des Leitpaares wurde somit lange erwartet. Was mit dem Rudel geschieht, ist unklar. Es gibt verschiedene Szenarien: Ein Teil der Jungtiere übernimmt das Rudel mitsamt dem Territorium, neu zuwandernde Wölfe oder bereits bestehende territoriale Wölfe übernehmen es oder das Gebiet verwaist. Welches Szenario eintritt, ist Spekulation.
  • Die überwiegende Zahl der geborenen Jungtiere ist abgewandert, hat das Rudel also verlassen. Einige Jungtiere sind gestorben (Verkehrsunfälle, Wilderei). Die Rudelgrösse ist deshalb seit 2012 konstant bei rund fünf bis elf Wölfen.
  • Die neue Rudelbildung 2018 unmittelbar westlich des Calandarudels südlich vom Ringelspitz in der Surselva könnte zu einer Verschiebung der Reviergrenzen führen (siehe > Wolfsrudel Surselva). Erste Indizien, etwa das Auftauchen des Calandarudels im Weisstannental im Herbst 2018, deuteten tatsächlich darauf hin.
  • > aktuelle Verbreitungskarte

"Problematisches Verhalten" wird stark übertrieben dargestellt

Die Calanda-Wölfe hätten 2015 mehrfach "problematisches Verhalten (mit Potential zur Gefährdung des Menschen)" gezeigt, heisst es von den Bündner und St. Galler Behörden. Verschiedene Medien berichten über einen Vorfall, bei dem sich ein Wolf spielenden Kindern angenähert habe. Die GWS analysiert diese Situation:

  • > Protokoll und Analyse des Vorfalles
  • > Publireportage Wolfabschuss ist der falsche Weg!

  • Massgeblich dazu beigetragen, dass sich Wölfe wiederholt Siedlungen angenähert haben, haben auch Luderplätze, an denen Füchse zwecks Bejagung angelockt wurden:

  • > Fakten zur Problematik von siedlungsnahen Luderplätzen
  • Wolfsnews
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