Das Wolfsrudel im Mittelwallis

Aktuelle Fakten zur Wolfspräsenz (Stand: 21. Dezember 2017)

  • Im Gebiet Val d'Anniviers, Val de Réchy und Val d'Hérens hat sich 2017 ein Wolfsrudel etabliert. Es handelt sich um das vierte Rudel, welches sich nach der Rückkehr des Wolfes in die Schweiz bildete. Im September 2017 wurden durch den Kanton zwei diesjährige Jungwölfe entdeckt, die mit zwei adulten Wölfen gemeinsam unterwegs waren.
  • Welche Wölfe sich im Gebiet fortgepflanzt haben, ist noch nicht bekannt. Im Winter 2016/17 hielten sich in diesem Gebiet der Rüde M73 und die Fähe F16 als territoriales Paar auf. Jedoch wurde F16 im Februar 2017 illegal abgeschossen. Rüde M73 blieb aber im Gebiet, wie diverse genetische Nachweise in den folgenden Monaten zeigten. Im Oktober 2017 konnte mit Fähe F24 ein zu diesem Zeitpunkt rund 18 Monate altes Jungtier vom Augstbordrudel im Mittelwallis in Begleitung von M73 fotografisch und genetisch nachgewiesen werden. Dieses Weibchen war jedoch in der Fortpflanzungsperiode im Frühling 2017 noch nicht geschlechtsreif und kommt somit nicht als Muttertier des 2017er Wurfes infrage. Eine andere Fähe konnte bisher jedoch mittels Genetik noch nicht nachgewiesen werden.
  • Bereits einige Wochen vor der Wilderei von F16 wurden durch Fotofallen drei Wölfe gemeinsam fotografiert, einige Wochen später tappten ebenfalls wieder zuerst zwei, dann drei Wölfe gemeinsam in die Fotofallen. Dabei handelte es sich jedoch nicht um Jungtiere des 2017er Jahrganges. Genetisch konnten diese weiteren Wölfe damals nicht erfasst werden. Der mittlerweile vorliegende Nachweis von F24 lässt die Vermutung zu, dass es sich um Jährlinge des Augstbordrudels gehandelt haben könnte.
  • Der Nachweis von mehr als zwei Wölfen bereits im vergangenen Winter und der jetzige Reproduktionsnachweis legen nahe, dass sich mindestens ein weiteres geschlechtsreifes Weibchen im Gebiet aufgehalten haben muss. Die damalige Präsenz dreier Wölfe lässt zudem die Vermutung zu, dass es in diesem Gebiet bereits 2016 eine unbemerkte Reproduktion gegeben haben könnte. Dafür spricht auch die Tatsache, dass das Weibchen F16 bereits im Februar 2016 anhand von Menstruationsblut im Urin bei Zeneggen im Augstbordgebiet genetisch nachgewiesen wurde und bei dieser Situation anhand des Spurenfundes von einem zweiten, nicht identifizierten Wolf begleitet wurde. Sie war also bereits damals während der Läufigkeit und somit während der Aufnahmebereitschaft möglicherweise in Begleitung eines Rüden.
  • Im Streifgebiet des Rudels werden mehrere Schafherden gesömmert. Die Mehrheit davon wird aufgrund des anhaltenden Drucks der Wolfspräsenz seit wenigen Jahren konsequent behirtet und nachts eingepfercht. Teilweise sind weitere Massnahmen getroffen worden (z.B. Blinklichter). Dank diesen Massnahmen wurden im Frühling und Sommer 2017 trotz Rudelpräsenz keine Nutztiere gerissen. Im Herbst 2017 gab es einen einzigen Wolfsangriff auf Nutztiere zu verzeichnen.
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