Das Wolfsrudel am Ringelspitz (Trin)

Aktuelle Fakten zur Wolfspräsenz (Stand: 11. Oktober 2018)

  • 2018 bildete sich am Südfuss des Ringelspitz bei Trin ein neues Wolfsrudel. Diese Rudelbildung zeichnete sich bereits im Sommer 2017 ab, als im Zusammenhang mit Nutztierrissen im selben Gebiet zwei Wölfe nachgewiesen werden konnten, die nicht (mehr) zum nahen Calanda-Rudel gehörten. Die Nachweise des neuen Rudels gelangten im September und Oktober 2018, als im Bereich der Alp Culm da Sterls im Abstand von einigen Wochen zwei abgestürtze Wolfswelpen gefunden wurden. Die Calanda-Wölfe reproduzierten auch 2018 weiter östlich, womit ihnen diese Welpen nicht zugeordnet werden konnten.
  • Bei den Leittieren des neuen Rudels handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um die Fähe F33 und den Rüden M56. F33 ist ein Jungwolf des Calanda-Rudels und wurde 2016 geboren. Ab 2017 hielt sie sich westlich des Rudels in der unteren Surselva auf, genetisch nachgewiesen wurde sie dabei im Gebiet zwischen Ilanz und Trin. M56 stammt nicht aus dem Calanda-Rudel, sondern ist aus Italien oder Frankreich zugewandert und hält sich seit 2015 in der Umgebung der Calanda-Wölfe auf, wohl in der Hoffnung auf ein junges Weibchen des Rudels (diese Hoffnung erfüllte sich offenkundig). Er wurde 2015 im Sarganserland und 2016 in der unteren Surselva genetisch nachgewiesen, 2017 erfolgten keine Nachweise. 2018 erfolgte in der unteren Surselva erneut ein genetischer Nachweis von ihm im Streifgebiet von F33.
  • Erste Hinweise auf die Paarbildung datieren vom Sommer 2017, als bei gerissenen Schafen oberhalb von Trin die Fähe F33 genetisch nachgewiesen wurde. Mittels Fotofallen wurden aber zwei Wölfe gemeinsam nachgewiesen und es erfolgten auch Sichtbeobachtungen von zwei Tieren. Das zweite Tier konnte zu diesem Zeitpunkt zwar nicht genetisch erfasst werden, andere Nachweise sprechen aber für M56 (siehe oben). Im Frühling 2018 konnten erneut Nachweise zweier adulter Wölfe im Gebiet erbracht werden, wobei sich auch eine Trächtigkeit eines der Tiere vermuten liess. Die Konsumation sehr grosser Fleischmengen an gerissenen Nutztieren im Sommer 2018 verfestigten den Verdacht auf eine Reproduktion. Das Streifebiet des Paares erstreckte sich 2017 und 2018 gemäss verschiedenen Beobachtungen und Nachweisen auf das Gebiet zwischen Kunkelspass und Andiast nördlich des Vorderrheins. Ob die Tiere nun auch im Rudelverband dieses Gebiet beanspruchen, wird sich zeigen.
  • Das Gebiet bei Trin liegt am westlichen Rand des bisherigen Streifgebietes des Calanda-Rudels. Deren bisheriges Kerngebiet liegt im Bereich Kunkelspass in Richtung Norden und Osten rund um den Calanda. Die bisherigen Leittiere des Calanda-Rudels, M30 und F7, wurden im Frühling 2018 erneut nachgewiesen und sind damit wohl auch die Eltern des diesjährigen Wurfes. Sie sind mittlerweile jedoch beide mindestens acht Jahre alt und nähern sich damit ihrem biologischen Lebensende. Damit dürfte es bald zu ihrer Ablösung kommen. Ob das Rudel von ihren Jungtieren weitergeführt wird oder ob das Revier allenfalls vom neuen Ringelspitz-Rudel übernommen wird, ist noch offen.
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