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Pressemitteilung vom 06.09.2018
Abschussbewilligungen im Kanton Wallis: Rechtsgrundlage im Val d'Anniviers fehlend
Die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) lehnt die Abschussbewilligung für einen Wolf im Val d'Anniviers entschieden ab und erachtet diese als klaren Rechtsbruch. Das Gebiet gilt als Rudelrevier, womit ein Einzeltierabschuss nicht erlaubt ist. Zudem war der zumutbare Herdenschutz auf den von Rissen betroffenen Alpen nicht erfüllt.

Im Val d'Anniviers wurde im vergangenen Jahr ein Wolfsrudel mit mindestens zwei Welpen nachgewiesen. Dieses Jahr ist der Nachweis einer Fortpflanzung noch nicht erbracht. Mehrere Hinweise deuten aber auf die weitere Rudelpräsenz hin. So wurden bereits im Juli 2018 Wolfswelpen von Älplern beobachtet, zudem gibt es Sichtbeobachtungen von zwei erwachsenen Wölfen. Gleichzeitig zu den Rissen im Raum Zinal gelangten zudem Wolfsnachweise im Vallon de Réchy (in der selben Nacht), was die Präsenz mehrerer Wölfe ebenfalls belegt. Zur Fortpflanzungsperiode im letzten Winter wurde im Val d'Anniviers und angrenzenden Gebieten zudem ein Wolfspaar genetisch nachgewiesen.

Die von Rissen betroffenen Alpen bei Zinal waren nicht geschützt. Dies obwohl gemäss kantonaler Schafalpplanung Massnahmen vorgeschlagen werden, die den Einsatz von Herdenschutzhunden ermöglicht hätten. Damit müssten die betroffenen Alpen als schützbar gelten und Risse an ungeschützten Herden wären nicht anrechenbar für Abschussbewilligungen. Die Schützbarkeit der Alpen rund um Zinal wird auch dadurch belegt, dass auf zwei Alpen tatsächlich Hirten und Herdenschutzhunde sind und dort gab es keine Risse zu beklagen.

Die Situation im Goms, wo ebenfalls ein Abschuss angeordnet wurde, ist anders zu beurteilen. Nach den Informationen der GWS dürfte die Abschussbewilligung dort vermutlich rechtmässig sein.

Auskünfte:
David Gerke, Präsident Gruppe Wolf Schweiz
079 305 46 57, david.gerke@gruppe-wolf.ch


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