Für den Bär in der Schweiz

Die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) setzt sich dafür ein, dass auch der Braunbär in der Schweiz akzeptiert wird. Der Bär ist ein ebenso wie der Wolf ein einheimisches Tier, welches in der Schweiz ausgerottet wurde. Er überlebte hierzulande sogar länger als Wolf und Luchs und wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdrängt. Die Rückkehr des Bären aus dem italienischen Trentino ist deshalb zu begrüssen.

Unsere Positionen:

  • Der Bär geniesst als in der Schweiz angestammte und einheimische Tierart ein grundsätzliches Existenzrecht, welches nicht mit menschlichen Interessen begründet werden muss.
  • Die Tatsache, dass die Braunbären, welche seit 2005 regelmässig aus dem Trentino in die Schweiz einwandern, hier oft auch länger verweilen, zeigt, dass die Schweiz auch heute wieder für die Art geeignete Lebensräume aufweist. Wissenschaftliche Studien mit Habitatanalysen bestätigen dies.
  • Ziel ist nicht eine eigenständige Bärenpopulation in der Schweiz, sondern dass sich in der Schweiz Bären einer überlebensfähigen Alpenpopulation niederlassen können.
  • Konflikte mit Bären ergeben sich hauptsächlich in Form von Nutztierrissen und durch Tiere, welche in menschlichen Siedlungen fressbare Abfälle und Hinterlassenschaften suchen und dabei die Scheu vor dem Menschen verlieren.
  • Mit den traditionellen Herdenschutzmassnahmen (Herdenschutzhunde, geeignete Zäune und Hirten) lassen sich Nutztierrisse durch Bären signifikant verringern. Diese Herdenschutzmassnahmen wirken unspezifisch gegen verschiedene Raubtiere, deren Implementierung empfiehlt sich somit im Alpenraum generell.
  • Die wirksamste Methode, um Bären von Siedlungen fern zu halten, ist, sämtliche Abfälle und Hinterlassenschaften (z. B. Haustierfütterungen, Kadaverentsorgungen, Komposte mit Fressbarem, etc.) gänzlich zu entfernen oder gegen Bären und andere Wildtiere zu sichern. Falls Abfälle und fressbare Hinterlassenschaften für Bären unzugänglich gemacht wurden, ein einzelner Bär aber trotzdem regelmässig Siedlungen aufsucht und sich dabei Menschen annähert, ist das Tier schnell und konsequent zu vergrämen. Behält das Tier sein Verhalten bei, ist ein Abschuss des Tieres zu akzeptieren.
  • Keine Option ist die Verbringung des Tieres in ein Gehege oder dessen Umsiedlung. Kein Gehege kann einem in Freiheit aufgewachsenen Bären ein artgerechtes Leben bieten. Bären als Weitwanderer lassen sich innerhalb des Alpenraumes nicht dauerhaft umsiedeln, sie können jederzeit wieder in Siedlungen auftauchen. Die Umsiedlung in nördliche oder östliche Wildnisgebiete ist aus verschiedenen komplett illusorisch (geeignete Lebensräume sind dort schon vollständig von Bären besetzt, unsere südeuropäischen Bären könnten dort kaum überleben, Bären sind auch dort jagdbar und das Tier somit nicht sicher, etc.).

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